Wegeventile – mechanisch & manuell betätigt
Mechanisch betätigte Wegeventile – Rollenhebel-, Nocken-, Tasten- & Fußventile
Wenn eine Bewegung nicht elektrisch, sondern direkt vom Werkstück, vom Schlitten oder von der Hand des Bedieners geschaltet werden soll, sind mechanisch und manuell betätigte Wegeventile das robusteste Mittel. Ein Rollenhebelventil erfasst die Endlage eines Zylinders ohne Sensorik, Verkabelung und Steuerung – rein pneumatisch, verschleißarm und unempfindlich gegen Staub, Späne und Feuchtigkeit. STASTO führt das komplette Spektrum der Betätigungsarten in einer Systematik: Rollen- und Rollenhebelventile (VCLL, VCLR, MR/PM141, MS/PM142), Nockenventile (VCMS, MA/PM140, MV), Tastenventile (VCMT, PGI/PM144, PF/PM145, PFF/PM147), Hebel- und Knebelventile (VCML, SR/PM146, MV46, MV48), Fußventile (PM122) sowie Hand-Schieber- und Drehschieberventile (Serie 214, MV26, HDV) – als 3/2-, 5/2- und 5/3-Wegeventil.
Betätigungsarten im Überblick
Ihre Vorteile
Warum mechanisch betätigte Wegeventile bei STASTO
Rolle, Knickrolle, Nocke, Taste, Hebel, Knebel, Fußpedal und Handschieber – gebündelt in einer Systematik mit den technischen Daten, die für die Auslegung wirklich zählen.
Alle fünf Betätigungsarten aus einer Hand
Rolle, Knickrolle, Nocke, Taste, Pilztaste, Hebel, Knebel, Kipphebel, Fußpedal, Handschieber und Drehschieber: Sie vergleichen die Betätigungsarten in einer Systematik statt über mehrere Hersteller hinweg. Das vereinfacht Ersatzbeschaffung und Retrofit, weil sich Baugröße und Funktion oft eins zu eins ersetzen lassen.
Technische Daten, die zur Auslegung reichen
Zu jeder Variante finden Sie Nennweite, Durchfluss, Druckbereich, Anschlussgröße, Funktion (NC/NO) und die Betätigungskraft bei 6 bar. Beispiel: Ein Rollenventil VCLL326M8 schaltet mit 22 N bei 6 bar, ein Miniaturventil MR314 bereits mit 12 N – ein Unterschied, der über die zulässige Anfahrkraft am Nocken entscheidet.
Von Miniatur bis Großdurchfluss
Die Baureihen decken 60 Nl/min für Steuerleitungen und Signalabgriffe ebenso ab wie 1.080 Nl/min für die direkte Zylinderansteuerung. Kleine Serien arbeiten mit 4-mm- oder 8-mm-Steckanschluss und Nennweite 2,5 mm, die größeren mit 1/8", 1/4" oder 1/2" und Nennweiten bis 9 mm.
Beratung durch Automatisierungstechniker
Sie erhalten Auslegungshilfe zu Schaltfolge, Betätigungsgeometrie und Anfahrwinkel, nicht nur eine Artikelnummer. Bei Bedarf stellen wir Ventil, Verschraubung, Schlauch und Zylinder als abgestimmte Einheit zusammen.
Ratgeber
Das richtige mechanisch betätigte Wegeventil auswählen
Fünf Auswahlkriterien führen zuverlässig zur passenden Variante – von der Ventilfunktion über die Betätigungsart bis zu Durchfluss, Druckbereich und Betätigungskraft.
Funktion und Betätigungsart festlegen
- 3/2-Wegeventil
- Steuert einfachwirkende Zylinder und gibt Signale weiter. NC = in Ruhe gesperrt, NO = in Ruhe offen.
- 5/2-Wegeventil
- Steuert doppeltwirkende Zylinder – verfügbar u. a. als Rollenventil VCLL/VCLR, Nockenventil VCMS, Tastenventil VCMT und Fußventil PM122.
- 5/3 mit gesperrter Mittelstellung
- Hält die Kolbenposition im Zwischenhalt, etwa VCML53618 und VCML53614.
- Rolle oder Knickrolle
- Eine feste Rolle schaltet in beiden Anfahrrichtungen, eine Knickrolle (Serie MS/PM142) nur in einer und weicht in der Gegenrichtung aus.
- Nocken-, Tasten- oder Fußbetätigung
- Nockenbetätigung für definierte Kurvenprofile, Stößel-/Tastenbetätigung für Handbedienung, Fußbetätigung für Freihandarbeit.
- Rückstellung: Feder oder Rastung
- Federrückgestellte Ventile gehen selbsttätig zurück (Tippbetrieb, Signalabgriff), rastende Ausführungen wie VCMT32018, MV26 oder Serie 214 halten den Zustand.
Durchfluss, Druck und Betätigungskraft prüfen
- Signal- und Steuerleitungen
- 60 Nl/min bei DN 2,5 mm reichen aus – Serien MR, MS, MA, PGI, PF, PFF, SR.
- Direkte Zylinderansteuerung
- 650 Nl/min (DN 6, 1/8") oder 1.080 Nl/min (DN 8, 1/4"); ein zu klein gewähltes Ventil verlängert die Hubzeit spürbar.
- Druckbereich
- Die meisten aufgeführten Serien sind für 0…10 bar ausgelegt; MV46 und MV48 arbeiten bis 15 bar, die Drehschieberserie HDV bis 12 bar, das Fußventil PM122 im Bereich 3…10 bar.
- Betätigungskraft bei 6 bar
- 12 N bei der Miniaturbaureihe, 22 N bei VCLL/VCLR, 35 N bzw. 50–64 N bei VCMS je nach Baugröße. Die Kraft steigt mit dem Druck.
- Einbaulage und Überfahrweg
- Nockenanlauframpe und Überfahrweg beachten: Die Rolle darf nicht über den zulässigen Hub hinaus gedrückt werden.
- Schalttafeleinbau
- Für Bedienpulte sind Ausführungen für den Schalttafeleinbau verfügbar, etwa MV314.
Vergleich
3/2, 5/2 und 5/3 im direkten Vergleich
Die Ventilfunktion entscheidet, welche Zylinder und Steuerketten Sie schalten können – die Betätigungsart lässt sich anschließend frei wählen.
| 3/2 | 5/2 | 5/3 | |
|---|---|---|---|
| Typische Aufgabe | Einfachwirkende Zylinder, Signalabgriff | Doppeltwirkende Zylinder | Doppeltwirkende Zylinder mit Zwischenhalt |
| Ruhestellung | NC (gesperrt) oder NO (offen) | Zwei stabile Schaltstellungen | Mittelstellung gesperrt (Kolben hält) |
| Beispielserien | VCLL, VCLR, VCMS, VCMT, MR/PM141, Serie 214 | VCLL, VCLR, VCMS, VCMT, VCML, PM122 | VCML (z. B. VCML53618, VCML53614) |
| Betätigungsarten | Rolle, Knickrolle, Nocke, Taste, Handschieber | Rolle, Nocke, Taste, Hebel, Fußpedal | Handhebel, rastend oder federrückgestellt |
| Durchfluss (typisch) | 60 bis 650 Nl/min | 650 bis 1.080 Nl/min | 650/1.080 Nl/min |
Sortiment
Betätigungsarten und Kategorien
Sechs Produktgruppen decken das Spektrum von der Endlagenabfrage über Bedienstationen bis zur Rüst- und Absperrfunktion ab.
Anwendungen
Typische Einsatzfälle
Von der sensorlosen Endlagenabfrage bis zur Not-Entlüftung: Wo mechanisch und manuell betätigte Wegeventile ihre Stärken ausspielen.
Endlagenabfrage ohne Sensorik
Ein Rollenhebelventil meldet die erreichte Zylinderposition direkt pneumatisch weiter und löst den Folgetakt aus. In Umgebungen mit Kühlschmierstoff, Metallstaub oder Schweißspritzern ist das oft standfester als eine elektrische Lösung – und benötigt weder Schaltschrankplatz noch Kabelweg.
Takt- und Kurvensteuerungen
Nockenventile lesen Steuerkurven und Nockenleisten ab. Wichtig ist die Abstimmung von Anfahrwinkel, Hub und Betätigungskraft: Die Serie VCMS benötigt je nach Baugröße 35 N bzw. 50–64 N bei 6 bar, die Miniaturserie MA/PM140 dagegen nur 12 N.
Handbedienplätze und Rüststationen
Tasten-, Knebel- und Handhebelventile bilden Bedienstationen ab, die ohne Steuerung auskommen: Spannen und Lösen, Vorschub ein/aus, Werkzeugwechsel. Rastende Varianten halten den Zustand, federrückgestellte Varianten fallen bei Loslassen selbsttätig zurück.
Freihandbedienung an Press- und Spannvorrichtungen
Fußventile der Serie PM122 lösen den Arbeitshub aus, während der Bediener das Werkstück führt. Für sicherheitsgerichtete Zweihandbedienung steht der Zweihandsicherheitsblock aus dem Bereich pneumatische Steuerelemente zur Verfügung; die sicherheitstechnische Bewertung erfolgt anlagenbezogen.
Not-Entlüftung, Rüst- und Servicefunktionen
Handschieber- und Drehschieberventile trennen Anlagenteile beim Rüsten vom Druckluftnetz oder entlüften sie definiert. Die 4/3-Ausführungen HDV mit entlüfteter Mittelstellung sind hier eine gängige Wahl.
Steuerketten ohne Elektrik
Wo eine rein pneumatische Steuerkette gewünscht ist, kombinieren Sie mechanisch betätigte Wegeventile mit Doppelrückschlagventilen, Zeitgliedern und Schauzeichen. Angaben zu Werkstoffen, Medienverträglichkeit und Ex-Eignung sind variantenabhängig und werden auf Anfrage bestätigt.
Beschaffung
Beschaffung ohne Umwege
Gängige Varianten der aufgeführten Serien sind kurzfristig disponierbar; die konkrete Verfügbarkeit und Lieferzeit hängt von Variante und Serie ab und wird Ihnen artikelgenau bestätigt. Sonderausführungen, abweichende Betätigungselemente oder Anschlussbilder klären wir auf Anfrage. Für wiederkehrende Bedarfe hinterlegen wir Rahmenaufträge und Abrufkontingente, damit Instandhaltung und Montage planbar versorgt sind.
Angebot mit technischer Prüfung
Jede Anfrage wird auf die Anwendung hin geprüft – Funktion, Betätigungsgeometrie und Anschlussbild werden vor dem Angebot abgeglichen.
Datenblätter je Serie
Datenblätter und Maßzeichnungen zu den Serien VCLL, VCMS, VCMT, VCML, PM122, HDV und weiteren stellen wir auf Anfrage bereit.
Einsatzbedingungen variantenabhängig
Angaben zu Temperaturbereich, Medienverträglichkeit, Werkstoffen und Ex-Eignung sind variantenabhängig – bitte anfragen, wir bestätigen sie anhand des jeweiligen Datenblatts.
Ersatzteile und Betätigungszubehör
Nockenfedern, Rollenhebel und weitere Betätigungselemente für Retrofit und Instandhaltung auf Anfrage.
Ablauf
In drei Schritten zum passenden Ventil
Von der Anwendungsbeschreibung bis zur abgestimmten Einheit aus Ventil, Verschraubung, Schlauch und Zylinder.
Anwendung beschreiben
Nennen Sie Ventilfunktion (3/2, 5/2, 5/3), Betätigungsart, Anschlussgröße und den benötigten Durchfluss – oder einfach die Bewegung, die geschaltet werden soll.
Auslegung und Angebot
Unsere Automatisierungstechniker prüfen Schaltfolge, Betätigungsgeometrie, Anfahrwinkel und Betätigungskraft und stellen Datenblätter sowie ein artikelgenaues Angebot bereit.
Lieferung und Nachversorgung
Verfügbarkeit und Lieferzeit werden artikelgenau bestätigt. Für wiederkehrende Bedarfe hinterlegen wir Rahmenaufträge und Abrufkontingente.
FAQ
Häufige Fragen zu mechanisch betätigten Wegeventilen
Antworten zu Rollenhebelventilen, Betätigungsarten, Ventilfunktionen und Anschlussgrößen.
Was ist ein Rollenhebelventil in der Pneumatik?
Ein Rollenhebelventil ist ein mechanisch betätigtes Wegeventil, dessen Schaltstellung durch Anfahren einer Rolle – meist von einem Zylinder, Schlitten oder Werkstück – umgeschaltet wird. Es arbeitet rein pneumatisch und ersetzt in vielen Taktsteuerungen einen elektrischen Endschalter samt Verkabelung.
Worin unterscheiden sich Rollen-, Nocken- und Knickrollenventil?
Das Rollenventil schaltet beim Überfahren in beide Richtungen, das Knickrollenventil nur in einer Anfahrrichtung, und das Nockenventil wird über einen Stößel von einer Steuerkurve betätigt. Das Knickrollenventil (z. B. Serie MS/PM142) weicht in der Gegenrichtung aus, das Nockenventil benötigt ein definiertes Hubprofil.
3/2 oder 5/2 – welches Ventil brauche ich?
3/2-Wegeventile eignen sich für einfachwirkende Zylinder und für Steuersignale, 5/2-Wegeventile für doppeltwirkende Zylinder. Beide Funktionen sind in mehreren Betätigungsarten verfügbar, etwa VCLL und VCLR als Rollenventil, VCMS als Nockenventil und VCMT als Tastenventil.
Welche Anschlussgrößen gibt es?
Je nach Serie sind 4-mm- und 8-mm-Steckanschluss, M5 sowie Innen- und Außengewinde in 1/8", 1/4" und bis 1/2" verfügbar. Die kleinen Baureihen arbeiten mit Nennweite 2,5 mm, die größeren mit Nennweiten bis 9 mm.
Wie hoch ist die Betätigungskraft?
Die Datenblattwerte beziehen sich auf 6 bar: Ein Rollenventil VCLL326M8 schaltet mit 22 N, ein Miniaturventil MR314 bereits mit 12 N. Nockenventile der Serie VCMS benötigen je nach Baugröße 35 N bzw. 50–64 N; die Betätigungskraft steigt mit dem Betriebsdruck.
Wann wähle ich eine rastende statt einer federrückgestellten Ausführung?
Rastende Ventile halten den geschalteten Zustand und eignen sich für Rüst- und Absperrfunktionen, federrückgestellte Ventile fallen beim Loslassen selbsttätig zurück und passen zu Tippbetrieb und Signalabgriffen. Rastende Beispiele sind VCMT32018, MV26 und die Serie 214.
Welchen Druckbereich decken die Serien ab?
Die meisten aufgeführten Serien sind für 0…10 bar ausgelegt; MV46 und MV48 arbeiten bis 15 bar, die Drehschieberserie HDV bis 12 bar und das Fußventil PM122 im Bereich 3…10 bar. Die genauen Werte sind variantenabhängig und werden anhand des Datenblatts bestätigt.
Gibt es Ausführungen für den Schalttafeleinbau?
Ja, für Bedienpulte und Steuerpulte sind Ausführungen für den Schalttafeleinbau verfügbar, etwa MV314. Anschlussbild, Maße und zulässige Einbaubedingungen entnehmen Sie dem seriengenauen Datenblatt oder fragen Sie sie bei uns an.
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